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Faszination Leder - die älteste Bekleidung der Menschheit

Stephanie Leban am 27.11.2017 15:00

Leder begleitet uns seit der Entstehung der Menschheit. Schon die Steinzeit-Menschen nutzten Felle und Leder, um ihre Nacktheit zu bedecken. Aber nicht nur das, sie sahen Leder als Schutzfunktion vor Umwelteinflüssen, da Fell im Winter warm hält und Leder, aufgrund der Atmungsaktivität, im Sommer kühlt. Die Steinzeit-Menschen entdeckten Leder schon sehr früh und verwanden es anfangs in Form von Lendenschurzen als Bekleidung, da es ihnen erst sehr viel später, in der Jungsteinzeit, möglich war Stoffe aus Naturfasern zu weben und spinnen.

 

Steinzeit-Menschen

 

Der "Homo Erectus" war quasi dazu gezwungen sich mit dem Material Leder auseinanderzusetzen, das dieser zu Bekleidung weiterverarbeitete, ansonsten wäre er in den nördlichen Breitengraden erfroren. Je nach klimatischer Zone mussten sich die Menschen ankleiden, angefangen von Lendenschurzen bis hin zu Beinlingen, Mänteln, Schuhen, Mützen und anderen Bekleidungsstücken. In den kälteren Zonen war Fell sehr verbreitet. Nach wie vor aktuell, wird auch heute noch aus den Nutztieren Schaf und Ziege Bekleidung erzeugt. Das warme, kuschelige Fell wird zu Bekleidung verarbeitet und das Fleisch wird gegessen. Dies gilt auch für Rindleder. So wird alles nützlich verwertet und nichts wird weggeworfen. In der damaligen Zeit gab es noch keine Nadeln, d.h. es mussten "Knochenahle" verwendet werden, mit denen Löcher in die Felle gebohrt und diese mit Tiersehnen oder Lederbändern zusammengehalten wurden.

 

Knochenahle

 

Das beste Beispiel für die damalige Leder- und Fellmode lieferte der sensationelle Fund von der Gletschermumie "Ötzi" in den Ötztaler Alpen, der in der Jungsteinzeit lebte.

Ötzi trug einen Mantel aus weißem Ziegen- und braunem Schaf-Fell. Die Beinlinge bestanden aus mehreren aneinandergereihten Fellstücken, die mit Tiersehnen aufwendig vernäht wurden. Zusätzlich trug er einen Lendenschurz, der bis zu den Knien reichte und um die Hüfte einen Gürtel aus Kalbsleber, an dem die Beinlinge und eine Gürteltasche befestigt waren. Zu den weiteren Fundgegenständen zählte ein Gras-Mantel, der dem Mann vor Regen schützte. Das Schuhwerk vom Mann aus dem Eis bestand aus mehreren Materialien. Die Sohle war aus Bären- und Hirschfell, dessen Haarseite nach innen zeigte, um eine isolierende Wirkung zu erzeugen. Für den Schaft wurde Rindleder benutzt, wobei die Haare nach außen zeigten, um die Feuchtigkeit und Nässe abzuweisen. Der Schaft und die Sohle wurden mit einem Lederband zusammengenäht und im Innenschuh wurde zur Isolierung getrocknetes Gras gestopft. Auf seinem Kopf trug Ötzi noch eine Wolfsmütze.

 

Gletschermumie Ötzi

 
Als die Holozän-Warmzeit anbrach wurden fast ausschließlich verschiede Lederarten verwendet und kaum mehr Felle, da die Temperaturen ständig anstiegen. Die damals lebenden Menschen kamen vermehrt mit Wasser in Kontakt und zogen deshalb kaum mehr Fellbekleidung an, weil diese nur sehr langsam trockneten. Obwohl Leder sehr schnell trocknete wurde es zusätzlich mit Fett oder Wachs eingerieben, um so wasserabweisende Eigenschaften zu erzielen.

 

In der jüngeren Altsteinzeit wurde dann die Nadel erfunden, die aus Knochen oder Horn gefertigt wurde. Die Form blieb bis heute die gleiche, aber das Material hat sich verändert.

 

Die Kleidung hat sich also ständig weiterentwickelt, doch das Material Leder blieb immer das gleiche. Auch heutzutage ist Leder noch eines der natürlichsten Materialien für Bekleidung, frei von Erdöl und Chemie, die für die Kunststoff-Faser Herstellung benötigt wird. Die Gerbung von Leder (=Konservierungsprozess der Tierhaut) erfolgt unter anderem "vegetabil", d.h. es wird mit einem Pflanzengerbstoff gegerbt, wie z.B. mit Eichenrinde, Fichtenrinde, Eukalyptusrinde, Quebrachholz, Tara-Schoten, Olivenblätter, Rhabarberwurzel, Kastanien, Akazien oder Mimosarinde und viele weitere. Weltweit gibt es rund 300 verschiedene Pflanzenarten, die zur Gerbstoffgewinnung verwendet werden können.

Die vegetabile Gerbung mit pflanzlichen Stoffen ist seit mehr als 5.000 Jahren verbreitet und wurde vorwiegend angewandt.

"Tannine" sind die sogenannten Gerbstoffe der Pflanze, die eingelagert sind, um "Fress-Feinde" fernzuhalten. Die Taninne befinden sich unterschiedlich hoch konzentriert in den verschiedensten Gewächsen, sowie auch im Wein, Hopfen, Schwarztee, Grüntee und in Kastanien. Aufgrund dieser natürlichen Gerbstoffe sind auch Rotwein- und Teeflecken schwer zu entfernen.

Auch die Färbung von Leder erfolgt unter anderem mit pflanzlichen Stoffen, wie z.B. natürlichen Holzfarbstoffen, welche vorwiegend bei Hirsch-, Reh- und Gamsleder Verwendung finden.

  

Gerbung

 

Das ist also die Entstehungsgeschichte von Leder, die sich über Jahrhunderte hinweg ständig weiterentwickelt hat. Durch die ständige Modifizierung von Leder, beginnend vom Lendenschurz über die Lederjacke bis hin zum top-modischen Lammfellmantel hat es Leder und Lammfell sogar bis auf den Laufsteg der renommiertesten Designer geschafft.

So fand Leder den Weg von der Steinzeit bis hin zur heutigen Zeit - findet immer noch Verwendung bei der Menschheit und ist als natürliches Material für Bekleidung nicht mehr wegzudenken.

 

 

Quellen:

http://www.steinzeitung.ch/kleidung/

http://www.gletschermumie.org/p/kleidung.html

https://www.leder-info.de/index.php/Pflanzlich_gegerbtes_Leder

 

Bilder:

http://www.jk-illustration.de/assets/images/db_images/db_sachbuch_083.jpg

http://www.steinzeitung.ch/wp-content/uploads/2015/05/ahle1.jpg

https://www.braunschweiger-zeitung.de/img/braunschweig/crop212657387/7882608195-w820-cv16_9-q85/4827119-DMADE-Bild-14-c-PortAuPrincePictures-Th.jpg

https://www.ecodesign-beispiele.at/i033-leder-oekologisches.jpg



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